Hundegesundheit
Auswirkungen der Kastration auf Stoffwechsel, Bewegungsapparat und Tumorgenese
vom 27.11.2009
Auf der 55. Jahrestagung der DGK-DVG vom 12-15. November 2009 im Berliner Hotel Estrel referierte neben vielen anderen namhaften Vortragenden auch Fr. PD Dr. Iris M. Reichler von der Vetsuisse-Fakultät der Universität Zürich. Ihr Thema waren die Auswirkungen der chirurgischen Entfernung der Gonaden auf Stoffwechsel, Bewegungsapparat und Tumorgenese in Abhängigkeit von Spezies, Geschlecht und Alter.
Demnach führt die Kastration bei Katzen zu einer Gewichtszunahme um mehr als das Dreifache, während diese Neigung bei Hunden offenbar massgeblich vom Alter und Zeitpunkt der Kastration abhängt. So scheinen frühkastrierte Hunde im Vergleich zu spätkastrierten ein geringeres Risiko für Übergewicht zu haben. Bei Katern kommt zur starken Neigung von Übergewicht noch ein 2-9fach erhöhtes Risiko für Diabetis mellitus nach der Kastration hinzu.
Das Risiko steigt auch bei Rüden nach der Kastration an, während die Kastration von Hündinnen mit Diabetes mellitus ein wichtiger Bestandteil der Behandlung ist.
Besonders entscheidend ist das Alter zum Zeitpunkt der Kastration für das Knochenwachstum.
Eine Kastration vor der Pubertät verzögert den Fugenschluss und es entwickelt sich ein dysproportionierter Hochwuchs. Auch hier ist am stärksten der Kater betroffen. Eine erhöhte Frakturinzendenz konnte im Zusammenhang mit dem Kastrationszeitpunkt dagegen weder bei der Katze noch beim Hund gefunden werden. Allerdings nimmt die Inzidenz von Hüftdysplasie (HD) bei frühkastrierten Hunden (< 6 Monate ) zu.
Spezifisch beim Boxer erhöht sich durch die Kastration laut einer Studie die Inzidenz von HD um das 1,5 fache.
Wie Frau Richter anmerkt, sind bei der Studie jedoch weder Körpergewicht noch -grösse berücksichtigt worden.
Darüber hinaus scheint die Kastration auch für ein erhöhtes Risiko für Kreuzbandrisse beim Hund verantwortlich zu sein. Intakte Hunde sind demnach nur halb so oft betroffen wie kastrierte Geschlechtsgenossen.
Weiterhin beeinflusst das Alter zum Zeitpunkt der Kastration die Entstehung von Mammatumoren bei Hund und Katze. Während eine frühe Kastration das Risiko der Entstehung von Mammatumoren bei Hund und Katze senkt, hat die Kastration einer Kätzin nach dem 2. Lebensjahr oder nach der 2. Läufigkeit einer Hündin keinen präventiven Effekt mehr auf die Entstehung von Mammatumoren.
Weiterhin wird ein positiver Einfluss einer frühen Kastration auf die Tumorgenese von Tumoren im Genitaltrakt, insbesondere bei Hündinnen vermutet.
Männliche, kastrierte Tiere erkranken dagegen 3 x häufiger als unkastrierte Tiere an einer tumorösen Entartung der Prostata.
Dagegen scheint die Kastration den Rüden vor der Entstehung von Perinealadenomen zu schützen, die meist auch mit Leydig´schen Zwischenzellentumoren des Hodens assoziiert sind.
Zumindest treten diese Tumore vor allem bei intakten, älteren Rüden auf. Bei der Hündin werden Perinealtumore jedoch wiederum nahezu ausschliesslich bei kastrierten Hündinnen festgestellt.
Ebenfalls negativ wirkt sich die Kastration auf die Inzidenz von Herztumoren aus.
Das Risiko der Hündin steigt durch die Kastration um das 4-fache an, beim Rüden um das 1,6-fache. Auch scheinen Hämangiosarkome der Milz bei kastrierten Hunden häufiger aufzutreten.
Das gilt auch für das Osteosarkom. Dieser Tumor tritt bei kastrierten Hunden doppelt so häufig auf wie bei intakten.
Hier scheint aber das Risiko auch mit dem Zeitpunkt der Kastration zusammen zu hängen. Je jünger die Tiere, desto grösser das Risiko.
Generell gibt Fr. Dr. Reichler aber zu bedenken, dass die höhere Lebenserwartung kastrierter Hunde und Katzen auch eine höhere Tumorinzidenz zur Folge haben könnte.
Bei Hündin beträgt die Steigerung der Lebenserwartung durch die Kastration etwa ein Jahr, bei Kätzinnen vier Jahre und bei Katern bis zu fünf Jahren.
Links/Literatur
Reichler, I. (2009). Auswirkungen der Kastration auf den Stoffwechsel, den Bewegungsapparat und die Tumorgenese. 55. Jahrestagung der DGK-DVG in Berlin.
Bearbeitet von Dr. J. Henning - Vetion
zu diesem Thema Infos unter folgendem Link:
http://www.homoeotherapie.de/tiergesundheit/kastration/kastration.html
ein Auszug:
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News für Tierhalter
Vorsicht Grannenzeit!
Besondere Vorsicht ist während der Sommerzeit angebracht.
Verschiedene Gräserähren, natürlich auch andere Pflanzenteilchen (Dornen, Gehölzstiel- und stengelchen)
können sich unter die Haut "bohren", am ganzen Körper, im Ohr, besonders gefährdet sind die Zehenzwischenräume.
Nach Möglichkeit bei Beendigung des Spaziergangs, spätestens, wenn der Hund sich intensiv und unüblich die Pfoten beleckt,
den Kopf schüttelt und sich kratzt,
unbedingt das Tier untersuchen und kontrollieren, bzw. den Tierarzt aufsuchen.
Durch rechtzeitiges eingreifen und entfernen dieser Pflanzenteile, kann man sich oft darauf folgende Wundbehandlungen, bis hin
zu Operationen ( teils durch Verkapselungen, Abzesse) verhindern.
Hier mal noch einen Info-Link u.a. auch zu diesem Thema:
www.vet-doktor.de